Nachhaltiger Kindergarten

Die Wichtigkeit der Nachhaltigkeit, der bewusste Umgang mit Ressourcen sowie die Achtung vor der Natur stellen auf gesellschaftlicher und globaler Ebene topaktuelle Themen dar, die wir als Mitarbeiter*innen berücksichtigen. Die Entwicklung einer Gemeinschaft, welche sich durch einen nachhaltigen Umgang mit der Umwelt auszeichnet, beginnt bei den Kleinsten.

 

Neben alltagsintegrierten Aktionen zur Bildung der nachhaltigen Entwicklung finden im FRÖBEL Kindergarten Maria Montessori regelmäßig Projekte und Ausflüge zu diesem Thema statt. Die Kinder können dabei die Natur als einen aktiven Bildungsort wahrnehmen und nicht nur die Wichtigkeit, sondern auch den Mehrwert des Recyclings erfahren. Gemeinsam wird ein Bewusstsein für weniger Konsum und und ein achtsamer Umgang mit Ressourcen geschaffen. 

Strom - Was ist das?
Wir haben Stromverbraucher gefunden.
Unsere Stromdetektive sind fündig geworden.
Es ist doch hell. Licht ist nicht nötig. Unser Stromfresserchen passt auf.

2020 - Stromspartag

In Vorbereitung auf den FRÖBEL "Tag ohne Strom" am 02.10.2020 überlegten wir gemeinsam mit den Kindern, was Strom ist und wofür wir ihn brauchen.

"Strom ist ein Blitz." - "Strom ist so ein Faden... oder Schlauch, der leitet den Blitz zum Gerät, wo man gerade Strom braucht."

Die Kinder stellten fest, dass sie Strom brauchen - zum Licht anmachen nach dem Aufstehen, zum Zähneputzen und für den Toast zum Frühstück... ohne Strom geht vieles nicht wie gewohnt. In ihrem Alltag ist Strom allgegenwärtig.

Die Kinder zogen als Stromdetektive durch den Kindergarten und malten alle Stromverbraucher auf, die sie entdeckten. Steckdosen, Lichtschalter, CD-Spieler und Tablets in den Räumen, Warmhaltebox für das Essen, Herd, Kühlschrank und Wasserkocher in der Küche, Computer, Drucker, Scanner, Kopierer und Telefon im Büro. Da gab es einiges zu finden.

Doch wo kommt dieser Strom her? Na, aus der Steckdose - aber wie kommt er da rein? Es gibt Strom aus der Sonne, vom Wind und vom Wasser. Wir schauten uns die entsprechenden Stromerzeuger an und schauten auch in Büchern nach. Da gab es auch Bilder von Menschen, die ohne Strom leben. Das konnten sich die Kinder nicht vorstellen. Also stellten wir am Stromspartag die Sicherungen raus. Das war ein dunkler Start in den Tag, und beim Händewaschen im Waschraum ging nicht wie gewohnt das Licht sofort an. Ansonsten war es fast wie in der Vorweihnachtszeit.

Einige Kinder bastelten eine Handpuppe, unser "Stromfresserchen". Es begleitete die Kinder am Stromspartag und wird auch danach auf Stromverschwendung aufmerksam machen. Dazu schauten wir uns auch den Sicherungskasten an und notierten den Zählerstand. Wie viel Strom verbrauchen wir denn in einer Woche? Wir werden nachschauen.

 

 

So ein Durcheinander
Welche Tonne ist die richtige?
Wir sind auch Müllwerker!
Was passiert mit unserem Müll?
Plastikmüll von zwei Wochen Kindergarten...
Höchste Zeit zum Plastikfasten

2020 - Plastikverzicht in der Fastenzeit

Zunächst fragten wir uns: Was bedeutet Fasten überhaupt? Die Kinder berichteten, dass ihre Eltern kein Fleisch oder keine Süßigkeiten essen, keinen Kaffee trinken oder kein Auto benutzen. Von den Kindern fasten oder verzichten die wenigsten bewußt.

In den Tagen vor Karneval haben wir den Plastikmüll gesammelt, der sich aus dem mitgebrachten Frühstück der Kinder ergabt. In den verschiedenen Brotdosen fanden sich Fruchtschnitten, Joghurtbecher, Quetschies, Wurstverpackungen und Süßigkeitenverpackung. Da kam einiges zusammen.

Gemeinsam überlegten wir: Was passiert mit Plastik, das wir wegschmeißen? Wird es verbrannt? Landet es auf der Müllkippe oder vielleicht in anderen Ländern oder im Meer? Das Buch PLASTIAN ermöglichte uns einen Blick in eine Welt mit viel Plastik. In einem kurzen Erklärfilm der AWB fanden wir heraus, was mit unserem Müll geschieht. Der Müll wird in der Sortieranlage sortiert und aus altem Plastik können zum Beispiel Plastikverpackungen oder Regenjacken hergestellt werden. Wer hätte das gedacht.

Um den Plastikmüll wirklich zu verringern, hilft es also nicht, das Frühstück zuhause auszupacken und den Müll dort zu entsorgen. Den Kindern kommen schnell alternative Ideen: Müsliriegel oder Quetschies können wir auch selber machen und vieles kann man ohne Plastik kaufen.

Toll, das werden wir bald ausprobieren.

2019 - Deckel auf, Deckel rein und Deckel zu!

Nachdem wir durch die Beschäftigung mit dem Thema Nachhaltigkeit und Müllvermeidung die Aktion "Deckel gegen Polio" entdeckt haben und im Haus und zuhause fleissig alle Plastikdeckel mitgesammelt haben, ging es  zur nächstgelegenen Sammelstelle. Diese war in der Katho, der Katholischen Hochschule in Köln, wo auch eine unserer Kolleginnen studiert.

2 Kolleginnen und 10 Kindern machten sich mit über 1500 Deckeln auf den Weg. Zu Fuß durch bekannte und unbekannte Straßen waren sie nach etwa 20 Minuten schon am Ziel. Die große Sammeltonne erkannten sie schnell an bekannten Aufklebern und die gesammelten Deckel tragen nun dazu bei, dass wieder Kinder gegen Polio geimpft werden können.

Leider ist diese Sammelaktion inzwischen beendet.

2019 - So viel Müll - was können wir (damit) tun?

Seit dem Besuch bei der AWB im Februar 2019 hat das Interesse der Kinder am Müll und seiner Reduzierung ständig zugenommen.

Nach dem Bilderbuch "Meribalds Reise", in dem der Müll zum Problem für Tiere und die Umwelt wird, sind die Kinder noch aufmerksamer geworden. Unsere jungen Umweltschützer waren betroffen von den Auswirkungen des Mülls und fragten sich, was sie tun können. Im regen Austausch entwickelten sich verschiedene Pläne.

Im Kreis wurde genau besprochen, was in welche Tonne kommt. Mit kurzen Videos der AWB wurde es allen Kindern anschaulich verdeutlicht. Die neuen Mülleimer in den Gruppen haben Aufkleber, die zeigen, was in welche Tonne gehört.

Bei Ausflügen dürfen seitdem eine Mülltüte, Handschuhe und Müllzange nicht vergessen werden und die Spielplätze in der Umgebung wurden von Müll befreit. Aus Stöcken wurden schon weitere Müllzangen gebastelt und sorgsam der Müll eingesammelt.

Um herauszufinden, wie viel Plastikmüll in unserem Kindergarten anfällt, sammelten wir im März den Plastikmüll in beiden Gruppen von 2 Wochen. Wir waren gespannt, wie viel Plastikmüll in zehn Tagen tatsächlich zusammenkommen würde und ob diese Veranschaulichung dazu beitragen wird, sensibler mit dem Gebrauch von Lebensmitteln und Gegenständen, die in Plastik verpackt sind, umzugehen. Nach Beendigung der Aktion wurde das Ergebnis gemeinsam mit den Kindern ausgewertet. Auch den Eltern wurde das Resultat nicht vorenthalten. Daraus entwickelkelte sich die Idee, eine Woche plastikfrei zu Frühstücken. Das war für einige eine Herausforderung, da das Frühstück von zu Hause mitgebracht wird. Erstaunlich zu sehen, wie wenig Plastikmüll in dieser Zeit zusammen kam.

Auch die Eltern berichteten von den Auswirkungen. Plötzlich wurde hinterfragt, warum das Gemüse und Obst zusätzlich in Plastik verpackt ist und ob es nicht Alternativen gibt. Ganz aufmerksame Einkaufsbegleiter haben ihren Blick gut geschärft und passen gut auf.

Während unserer Recherche entdeckten wir die Aktion "Deckel drauf e.V." - dort werden Plastikdeckel bis 4 cm Durchmesser gesammelt und an die Müllverwertung verkauft. Aus dem Erlös werden zur Zeit weltweit Impfungen gegen Kinderlähmung mitfinanziert. Wir sammeln fleissig mit und tun mit unserem Müll anderen etwas gutes. Über 1200 Deckel haben wir schon gesammelt und wir werden fleissig weiter sammeln.

Was kann man noch aus Müll machen? Diese Frage brachte viele Ideen bei Kindern und Kolleginnen hervor. Müll als wertfreies Material wurde auf verschiedenste Arten zu Kunst und gebrauchsgegenständen. Aus Milchkartons wurden Geldbörsen, aus Papprollen Blumen und Ferngläser. Alte Cds wurden mit Acrylfarbe zu Kratzmandalas. Wir sind gespannt, welche Ideen in der nächsten Zeit noch umgesetzt werden und haben gemerkt, es ist nicht alles Müll, was in der Tonne landet.

2019 - Alles Müll, oder was?

Im Februar 2019 bekamen die Vorschulkinder Besuch von der AWB. Der Rabe Hugo und eine pädagogische Mitarbeiterin der AWB erzählten eine Menge über die unterschiedlichen Aufgaben der AbfallWirtschaftsBetriebe in Köln. Vom Mülltonnen leeren, Sperrmüll abholen und der Stadt- und Straßenreinigung gab es viel zu erzählen. In einem großen Bilderbuch konnten die Kinder die Aufgaben der AWB im Jahresverlauf entdecken.

Kurz darauf stand dann der Gegenbesuch an. Mit der Bahn ging es zum AWB-Betriebshof im Maarweg. Mit orangen Warnwesten ausgestattet ging es durch die Fahrzeughalle zum gemeinsamen Frühstück mit allen Müllwerkern. Frisch gestärkt konnten die Kinder beobachten, wo die Müllwagen ankommen und wie sie gewogen werden. Ein Müllwagen wog 25,84 t, die elf Kinder mit drei Erwachsenen wogen zusammen 500 kg.

Wir folgten dem Müllwagen und sahen wie ein Schiebefahrzeug und zwei Trommelfahrzeuge entleert wurden. Es war trotz Gestank ganz schön spannend zu sehen, was alles im Restmüll landet. Der Müll wird in einen Wagon gequetscht, der verschlossen und auf den Zug geladen wurde. Vom Zug wurde dann ein neuer Zylinder geholt und vor die Müllpresse gestellt. Die Kinder staunten, als sie hörten, dass jeden Abend zwanzig solcher Wagons zur Müllverbrennung fahren. Dort wird der Müll eine Woche gelagert, getrocknet und sortiert, bevor er verbrannt wird. Die Asche dient als Untergrund im Straßenbau.

Für uns ging es weiter zum Streusalzlager. Die riesigen Salzberge wurden in diesem Jahr noch wenig gebraucht.

Auf einem Mülllaster, der Pause machte, wurde gezeigt, wo die großen und kleinen Mülltonnen eingehängt werden und welche Knöpfe wann gedrückt werden müssen. Jedes Kind durfte sich mal draufstellen und ausprobieren, wie sich der Arbeitsplatz am Mülllaster anfühlt.

Anschließend konnten wir uns in der Fahrzeughalle die verschiedenen Aufbauten der AWB-Fahrzeuge ansehen. Der Winterdienst wird jetzt wahrscheinlich nicht mehr gebraucht.  So kurz vor Karneval konnten wir bei einer Einweisung für das Saugrohr zuschauen, mit dem nach den Karnevalszügen die Straßen gereinigt werden.

Zum Abschluß konnten wir auf eine Kehrmaschine steigen und uns vom Raben Hugo verabschieden. Dann war der aufregende Vormittag schon vorbei und mit der Bahn ging es zurück zum Kindergarten.

Schon beim Spielplatzausflug am nächsten Tag konnten wir die Wirkung sehen. Zwei Stöcke wurden  für die Kinder zu eigenen Müllzangen. So wurde aller Müll eingesammelt und im Mülleimer entsorgt. Auch im Kindergarten wurde der Müll eingesammelt und sich über die richtige Entsorgung ausgetauscht.

Gespannt warteten die Kinder auf den vorerst letzten Termin. Nach einer Runde kuscheln mit Hugo, dem Raben von der AWB, ging es für unsere Müllwerker an die Arbeit. Wir sammelten den Müll in der Ursulagartenstraße. Da kam einiges zusammen, was auf dem Boden statt in der Tonne gelandet war. Der gesammelte Müll wurde von uns richtig entsorgt und zur Freude aller gab es neue Mülleimer für die Gruppen. Mit kurzen Videos wurde erklärt, was in welche Tonne kommt und für jedes Kind gab es eine Merkkarte zur richtigen Mülltrennung für zuhause.