FairWachsen - spielerischer Umgang mit Gefühlen
Von Januar bis März 2020 übten sich die 5 und 6jährigen Kinder im FRÖBEL Kindergarten Maria Montessori im Erkennen von Gefühlen bei sich und anderen.
In verschiedenen Einheiten drehte sich für die Vorschulkinder alles um Gefühle von sich und anderen, und wie man damit umgeht.
Anhand von Zeichnungen übten die Kinder in der ersten Einheit das Erkennen von Gefühlen bei anderen. Fröhlich, albern, traurig , erschrocken oder stolz... Wie fühlt sich das Kind? Woran kann ich das erkennen? Kenne ich das Gefühl? Wann war ich stolz auf mich?
Es gab viele Dinge, auf die die Kinder stolz waren.
"Als ich die Schleife gelernt habe."
"Als ich ganz weit gesprungen bin."
"Als ich im Wasser geschwommen und getaucht bin."
"Als ich das erste Mal ganz nach oben beim Klettergerüst geklettert bin."
Im Gespräch ging es auch um Gefühle. Die können ansteckend sein, wie ein Virus, egal ob gut oder schlechte Gefühle. Das hatte jeder selbst schon mal erlebt und wurde spielerisch dargestellt.
In der zweiten Einheit überlegte jeder zum Start, wie es ihm heute geht. Wer entscheidet, wie wir uns fühlen? Diese Frage leitete den Tag ein. Jeder hatte eine andere Anwort.
"das Gehirn"
"der Körper"
"der Bauch"
"Was man spürt, spürt man"
Es gibt keine falschen Gefühle. So spannende Gespräche leiteten zum nächsten Thema, den Geheimnissen.
Mit neuen Spielen und spannenden Geschichten ging weiter. Wem könnt ihr Geheimnisse erzählen? Freunden, Eltern oder Erziehern? Welche Geheimnisse sagt ihr weiter? Was sind gute und was sind schlechte Geheimnisse?
"Schlechte Geheimnisse machen schlechte Gefühle und dürfen weitererzählt werden. "
"Das ist ja wie Hilfe holen"
"Ein gute Geheimnis ist strenggeheim!"
Mit diesen Weisheiten ging es in die nächste Woche.
In der dritten Einheit stand die Wut im Mittelpunkt. Die Kinder überlegten, was sie wütend macht.
"Wenn mein Papa mich ausschimpft."
"Ich durfte schon mal nicht so lange wach bleiben, obwohl ich das wollte."
Zusammen fanden die Kinder heraus, das es Dinge gibt, die die Eltern entscheiden und Dinge, die die Kinder selber entscheiden.
Die Wut rauslassen, das stand dann an. Mit vollem Körpereinsatz und lauten Geschrei konnte jedes Kind eine Minute alles an einem Polster rauslassen ohne anderen wehzutun. Ganz schön anstrengend und laut.
Was machst du, wenn du wütend bist?
"Tür zuknallen" "Schreien" "Weinen" "ein Kissen hauen oder ein Polster treten" "mein Bett hauen" "mit dem Fuß aufstampfen" "meine Eltern drücken"
Da bliebt noch Platz für ein Fazit:
"Manchmal muss das einfach sein"
"Nach der Wut bin ich meistens traurig. Dann kann ich mich auch wieder entschuldigen. Als Wut-Mensch geht das nicht"
Verschiedene Strategien, bei denen man sich und anderen nicht wehtut. Jeder darf seine eigene nutzen.
Beim vierten Treffen ging es um Dinge, die man nicht alleine machen kann, sondern nur zusammen.
Bei kooperativen Spielen merkten die Kinder, dass sie alle aus der Gruppe brauchten, um ein gemeinsames Ziel zu erreichen. Dazu mussten sich alle miteinander absprechen und ihre Position mit den anderen abstimmen. So konnten sie auch Schwierigkeiten bewältigen.
"So ist es auch sonst: die Kinder können sich untereinander helfen oder sich Hilfe bei Erwachsenen holen." Wichtig: Dabei geht es nicht um petzen, sondern darum etwas an der Situation zu ändern.
Die letzte Einheit findet im April statt.
Alle hatten jede Woche viel Spaß und haben spielerisch neue Kompetenzen erworben, die sie bei Alltag im Kindergarten und beim Übergang in die Schule sicher gut gebrauchen können.
Wir danken der Kindergartenmutter sehr für ihr ehrenamtliches Engagement und freuen uns über die Unterstützung unseres Team und der Vorschulkinder.