Bunte Teller - Kleine Entdecker essen gesund!
Ab dem 3. Lebensjahr beginnt eine prägende Phase, in der Kinder grundlegende Erfahrungen mit Ernährung und Essverhalten sammeln. Dieses Projekt sensibilisiert Kinder spielerisch für gesunde Ernährung, stärkt ihre Wertschätzung für Lebensmittel und fördert alltagsnahe Ernährungskompetenz.
Kinder lernen am besten durch Vorbilder und durch wiederkehrende Erfahrungen im Alltag. Damit Ernährungskompetenz nachhaltig wirkt, wird die Lebenswelt der Kita aktiv einbezogen und die wichtigsten Bezugspersonen der Kinder: Eltern, pädagogische Fachkräfte und das Küchenpersonal.
Im November 2025 starteten wir das einjährige Projekt Bunte Teller mit der Ernährungsberaterin Sheida Farkhad mit finanzieller Unterstützung der Techniker Krankenkasse. Jeden Monat gab es eine neue Einheit für die Kinder, die sich an den Stufen der Ernährungspyramide orientiert und spielerisch Wissen vermittelte und vertiefte.
In der ersten Einheit ging es um ein erstes Verständnis für gesunde und ausgewogene Ernährung. Die Kinder lernten die Ernährungspyramide kennen und beschäftigten sich mit der untersten Etage, dem Trinken. Empfohlen werden 6 Becher Wasser oder Tee pro Tag. Wie viel sollen wir trinken? Wie riecht, schmeckt und fühlt sich kaltes Wasser an? Wie verändert sich das Wasser, wenn es warm wird? Was passiert, wenn wir Minze und Limette hinzugeben? Wie viel Wasser ist in unserem Körper? Den Antworten auf diese und weitere Fragen gingen die Kinder mit allen Sinnen spielerisch auf den Grund.
In der zweiten Einheit ging es um die Farben auf dem Teller. Wir entdeckten bunte Obst- und Gemüsearten. Es wurde nach Farben sortiert, probiert und gerochen. In der Nährstoffgeschichte lernten die Kinder die Superkräfte im Essen kennen. Fünf Portionen Obst und Gemüse am Tag sollen wir essen. Das erkennen wir auch in der Ernährungspyramide.
In der dritten Einheit ging es um Supertrinken. Verschiedene Saft- und Limonadensorten wurden nach ihrem Zuckergehalt geordnet. Anschließend wurden mit Zuckerwürfeln Türme gebaut, um zu veranschaulichen, wie viel Zucker in einem Becher des jeweiligen Getränks enthalten ist.
In der vierten Einheit ging es um die dritte Stufe unserer Ernährungspyramide, also um Brot, Getreide und Beilagen. Passend dazu wurde Müsli selbst gemacht und zusammen gegessen. Es war ein tolles Gefühl, das eigene Müsli zuzubereiten und anschließend zu kosten. Mit so einem großartigen Frühstück hatte man dann auch Kraft zum Mittanzen.
In der fünften Einheit ging es um versteckten Zucker und gesunde Zähne. Die Kinder erinnerten uns daran, dass eine Portion Süßigkeiten in Ordnung ist. Anhand verschiedener Verpackungen wurde untersucht, welche Lebensmittel beim „Naschpiraten“ landen (also welche Zucker enthalten) und welche Lebensmittel der „Kraftkapitän“ gerne isst (also welche ohne versteckten Zucker sind).
In der sechsten Einheit ging es um Getreide. Welche Getreidesorten gibt es? Was ist der Unterschied zwischen Weißmehl und Vollkornmehl? Die Kinder konnten es fühlen. Im Vollkornmehl sind viel mehr Nährstoffe enthalten, weshalb es gesünder ist. An der Überraschungsstation wartete eine Box mit verschiedenen Brotsorten auf die Kinder. Croissants, Brötchen und Vollkornbrote fühlten sich ganz unterschiedlich an, rochen und schmeckten verschieden.
In der siebten Einheit ging es um Milchprodukte. Wo kommt die Milch her und was wird daraus alles gemacht? Joghurt, Quark, Käse und Butter werden aus Milch hergestellt. Kühe sind die Hauptlieferanten für unsere Milchprodukte – aber auch Ziegen- und Schafsmilch werden verarbeitet. Für die Kinder ging es an die Probierstation: Naturjoghurt mit frischem Erdbeerpüree schmeckte ganz anders als gekaufter Erdbeerjoghurt. Mit Blaubeer- und Bananenpüree schmeckte der Trinkjoghurt ebenfalls gut. Außerdem gabt es selbstgemachten Mangolassi mit frischer Mango und Joghurt zu probieren.
In der achten Einheit sprachen wir darüber, dass Frühstück in verschiedenen Ländern ganz unterschiedlich aussieht. Die Kinder lernten, dass es viele Möglichkeiten gibt „von herzhaft bis leicht“ und dass jedes Frühstück seinen eigenen Wert hat. Im praktischen Teil wurde es besonders spannend: Die Kinder durften mit kleinen Küchenhelfern selbst aktiv werden. Mit Vollkorntoast, Frischkäse, Käse, Obst und Gemüse gestalteten sie kreative Brotgesichter, die anschließend gemeinsam gegessen wurden.
In der neunten und zehnten Einheit konnten die Kinder verschiedene Küchengeräte und Utensilien kennenlernen und diese unter Anleitung selbst ausprobieren. Mit Messer, Schäler, Schneider, Ausstechformen, Teigroller und Waage arbeiteten die Kinder motiviert und mit großer Freude. Es wurde gebacken und gekocht.
Im Oktober 2026 endet das Projekt - aber die Inhalte wirken durch Kinder, Eltern und Fachkräfte weiter.